Zwischen Vielfalt und Veränderung – Seelsorge im Kontext unterschiedlicher Kirchenbilder und Selbstverständnisse
Die pastorale Wirklichkeit ist von Vielfalt geprägt: unterschiedliche Erwartungen an Kirche, verschiedene Bilder von Gemeinde und Pastoral, gewachsene und neue Rollenverständnisse sowie nicht zuletzt sehr verschiedene persönliche Zugänge zum eigenen Beruf. Gerade für Seelsorger*innen stellt sich dabei die Frage, wie das eigene berufliche Selbstverständnis inmitten von Veränderung, Pluralität und auch Spannungen tragfähig entwickelt werden kann.
Der Studientag nimmt diese Herausforderungen auf und eröffnet Raum, die eigene Praxis zu reflektieren, Unterschiede besser zu verstehen und Wege für einen produktiven Umgang mit Vielfalt zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht zum einen die Frage, wie mit verschiedenen Kirchenbildern und unterschiedlichen Selbstverständnissen im Beruf umgegangen werden kann. Zum anderen geht es um die Fähigkeit, in komplexen und oft unübersichtlichen pastoralen Situationen handlungsfähig zu bleiben: Vielfalt zu gestalten, ohne vorschnell zu vereinheitlichen, und Unterschiede auszuhalten, ohne in Polarisierung zu geraten.
Folgende Leitfragen stehen dabei im Fokus:
- Welche Kirchenbilder prägen unser pastorales Handeln – explizit oder implizit?
- Welche unterschiedlichen Selbstverständnisse begegnen uns, und was bedeutet das für Zusammenarbeit, Profil und Prioritätensetzung?
- Wie kann es gelingen, Vielfalt nicht als Störung, sondern als Realität und Ressource pastoraler Praxis wahrzunehmen?
- Was stärkt eine „Chaoskompetenz“, die in komplexen Situationen Orientierung ermöglicht, ohne einfache Eindeutigkeiten zu erzwingen?
- Wie können Unterschiede bearbeitet werden, ohne dass Lagerbildungen und Polarisierungen zunehmen?
- Welche gemeinsamen Kriterien helfen, Spannungen konstruktiv zu bearbeiten und pastoral handlungsfähig zu bleiben?
Der Studientag lädt dazu ein, die eigene Beruflichkeit im Horizont kirchlicher Transformationsprozesse neu zu bedenken und Perspektiven für eine Pastoral zu entwickeln, die differenzsensibel, konfliktfähig und theologisch reflektiert mit Vielfalt umgeht. Am Vormittag wird Prof. Clarissa Vilain Impulse einspielen, am Nachmittag kommen wir in einen moderierten Austausch und möchten selbst kreative Ideen für unser pastorales Handeln entwickeln. Spirituelle Impulse helfen außerdem dabei, die geistliche Perspektive einzubeziehen.
Referentin: Prof. Clarissa Vilain, Pastoraltheologin an der KH Mainz; u.a. Forschung im Kontext der GR-Studie zur Beruflichkeit in Transformation
Moderation: Thomas Völkl, Kommunikationstrainer
Termin: Sa., 24.10.2026, 09.00 – 16.00 Uhr
Ort: Pfarrheim Burgweinting, Regensburg
Zielgruppe: Gemeinde- und Pastoralreferent/innen
Eine Kooperationsveranstaltung vom MAV & BV GR, MAV & BV PR, geistliche Begleitung sowie Fortbildungsreferent.
Die Anmeldung ist bis zum 10. Oktober 2026 hier möglich:
Bild: Erstellt mit Hilfe von KI
